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Hände die etwas in Laptop eintippen Betrugsversuch
27. Januar 2026

Sicherheitsvorfall aus der Praxis: Täuschend echte Betrugs-E-Mail

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Ein aktueller Sicherheitsvorfall aus unserem Beratungsalltag verdeutlicht einmal mehr die zunehmende Raffinesse von Social-Engineering-Angriffen. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie glaubwürdig und professionell moderne Betrugsszenarien inszeniert werden und mit welch einfachen subtilen psychologischen Mitteln Angreifer versuchen, interne Sicherheitsbarrieren zu unterwandern.

So lief der Fall konkret ab

Ausgangspunkt war eine E-Mail, die von einem privaten E-Mail-Account unter dem Namen eines Mitarbeiters an eine Kollegin der Personalabteilung gesendet wurde. In der Nachricht wurde angefragt, ob eine Änderung der Bankverbindung für die Gehaltsabrechnung im Januar noch möglich ist. Die E-Mail war im vertrauten Firmenslang verfasst und mit persönlicher Du-Ansprache formuliert.

Die angesprochene HR-Mitarbeiterin leitete daraufhin die E-Mail an die zuständige Kollegin in der Lohnabrechnung weiter und gab dem vermeintlichen Absender eine kurze Rückmeldung, dass für eine Änderung noch die neuen Bankdaten benötigt würden. Auffällig war, dass Ansprache, Tonfall und interner Sprachgebrauch sehr gut dem üblichen Unternehmensstil entsprachen. Genau das machte die Anfrage vertraut und senkte die Hemmschwelle für eine Weiterleitung deutlich. Auch das Szenario wirkte realistisch. Änderungen privater Bankangelegenheiten erfolgen häufig außerhalb der regulären Arbeitszeiten, etwa abends oder am Wochenende. Vor diesem Hintergrund erschien es plausibel und nicht grundsätzlich außergewöhnlich, eine entsprechende Bitte kurzfristig per E-Mail zu erhalten.

Die richtige Reaktion verhinderte größere Schäden

Die zuständige Mitarbeiterin in der Lohnabrechnung wurde jedoch misstrauisch und entschied sich für das korrekte Vorgehen. Sie kontaktierte den vermeintlichen Absender direkt über einen internen Kommunikationskanal. Die Rückmeldung war eindeutig. Er hatte keine Änderung seiner Bankverbindung angefragt. Damit stand fest, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte. Unmittelbar danach wurde das Datenschutzteam informiert. Dieses dokumentierte den Vorfall und leitete eine Risikoanalyse ein.

Diese Maßnahmen wurden getroffen

Als Erstmaßnahme wurde eine kurzfristige Sensibilisierung innerhalb des gesamten HR-Teams durchgeführt. Am darauffolgenden Tag ging, wie erwartet, eine weitere E-Mail des Betrügers ein. Wieder im sehr gut angepassten Unternehmensstil, dieses Mal mit den angeblich neuen Bankverbindungsdaten.

Die Unternehmensleitung entschied gemeinsam mit dem Datenschutzteam den Vorfall auch zur Anzeige zu bringen. In Bayern steht hierfür die Zentrale Einsatzstelle Cybercrime zur Verfügung:  +49 89 1212-3300.

Fazit: Die menschliche Firewall ist entscheidend

Dieser Sicherheitsvorfall aus der Praxis macht deutlich, dass der Faktor Mensch eine mehr als entscheidende Rolle spielt. Angreifer nutzen gezielt unternehmensspezifische Sprache, realistische Szenarien und erzeugten Zeitdruck, um Vertrauen aufzubauen und Prüfmechanismen zu umgehen. Künstliche Intelligenz wirkt dabei zunehmend als Verstärker, weil sie es ermöglicht, Tonfall und Wortwahl schnell und überzeugend an interne Kommunikationsstile anzupassen.

Gleichzeitig zeigt der Vorfall, dass auch scheinbar harmlose E-Mails Teil eines gezielten Betrugsversuchs sein können. Entscheidend bleibt deshalb ein Zusammenspiel aus Wachsamkeit, internen Rückfragen über bekannte Kanäle und klar definierten Prozessen. Sie bilden den wirksamsten Schutz vor Angriffen, die nicht auf technische Schwachstellen zielen, sondern auf menschliche Routinen.

Bleiben Sie wachsam!

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